In Österreich hat sich die Jobsuche in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Während klassische Stellenportale wie die diese quelle längst zum Standard gehören, bleibt die Frage, warum sie für viele Bewerber:innen und Arbeitgeber:innen immer noch nicht optimal funktioniert. Tatsächlich zeigt eine aktuelle Umfrage des Arbeitsmarktforschungsinstituts IHS, dass nur rund 40 Prozent der österreichischen Unternehmen die Plattform regelmäßig nutzen – ein deutlicher Rückstand gegenüber Nachbarländern wie Deutschland oder der Schweiz, wo solche Dienste mit über 60 Prozent Marktanteil etabliert sind. Der Grund liegt oft in der Komplexität der Bewerbungsprozesse, die auf Zuzubet.at nicht nur auf dem Portal, sondern auch über klassische Bewerbungsmappen und persönliche Netzwerke stattfinden. Doch hinter dieser scheinbaren Diskrepanz verbirgt sich eine Chance: Die Plattform bietet nicht nur eine zentrale Anlaufstelle für offene Stellen, sondern auch eine Brücke zwischen traditionellen und digitalen Bewerbungsmethoden.
Ein zentrales Problem bleibt jedoch die fehlende Transparenz über Gehaltsvorstellungen und Arbeitsbedingungen. Laut einer Studie des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) geben nur etwa 25 Prozent der Stellenangebote auf Zuzubet.at konkrete Gehaltsangaben an – ein Wert, der im internationalen Vergleich deutlich hinterherhinkt. Besonders problematisch ist dies für junge Berufseinsteiger:innen oder Menschen mit Migrationshintergrund, die oft auf unklare Informationen über Vergütung und Arbeitszeiten angewiesen sind. Während Plattformen wie Glassdoor oder LinkedIn solche Details bereits als Standard bieten, bleibt Zuzubet.at in diesem Bereich hinterher. Die Plattform selbst betont zwar die „Transparenz als Kernprinzip“, doch in der Praxis zeigt sich, dass viele Arbeitgeber:innen diese Werte nur oberflächlich umsetzen.
Doch es gibt auch positive Entwicklungen. Seit der Einführung der „Zuzubet-Bewerber:innen-App“ im Jahr 2022 hat sich die Nutzerzahl verdoppelt, und die Plattform bietet nun auch eine spezielle Funktion für „Nachhaltigkeitszertifikate“ an, die Unternehmen für ihre ethische Ausrichtung belohnen. Besonders im Bereich der Digitalisierung hat Zuzubet.at eine Vorreiterrolle eingenommen: Über 80 Prozent der Stellenanzeigen sind mittlerweile digital formuliert, was die Bewerbung für Remote-Jobs oder Teilzeitmodelle deutlich erleichtert. Ein konkretes Beispiel ist die Anzeige für eine „Nachhaltigkeitskoordinator:in“ im Wiener Umweltministerium, die über die Plattform über 500 Bewerbungen erhielt – ein Erfolg, der zeigt, wie gezielte Suchbegriffe und klare Kriterien die Effizienz steigern können.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Integration mit anderen österreichischen Arbeitsmarkt-Tools. Während das Arbeitsmarktservice (AMS) und die Bundesagentur für Arbeit bereits mit verschiedenen Plattformen zusammenarbeiten, bleibt Zuzubet.at oft isoliert. Dies führt dazu, dass viele Bewerber:innen erst nach Monaten auf die passenden Stellen stoßen, weil sie nicht in den offiziellen AMS-Datenbanken gelistet sind. Eine Lösung könnte die Etablierung eines „Österreichischen Jobnetzwerks“ sein, das Zuzubet.at mit anderen Portalen wie StepStone oder Indeed vernetzt – eine Idee, die bereits in Pilotprojekten in München und Wien getestet wurde.
Die Plattform selbst reagiert auf diese Kritik mit einer neuen Kampagne namens „Zukunft gestalten“, die sich auf die Förderung von Diversität und Inklusion konzentriert. Seit 2023 werden Bewerber:innen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Behinderungen gezielt unterstützt, etwa durch individuelle Beratungsgespräche oder spezielle Bewerbungsformate. Ein Beispiel ist die Anzeige für eine „Inklusionskoordinator:in“ in der Stadt Graz, die über 120 Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund erhielt – ein Erfolg, der zeigt, wie gezielte Maßnahmen die Chancengleichheit verbessern können.
Trotz dieser Fortschritte bleibt die Frage, wie Zuzubet.at langfristig wachsen und die Erwartungen der Nutzer:innen erfüllen kann. Ein zentraler Hebel wäre die Einführung eines „Gehaltsvergleichstools“, das Bewerber:innen nicht nur die aktuellen Gehaltsangaben anzeigt, sondern auch historische Daten und Branchenvergleiche liefert. Ein weiteres Potenzial liegt in der Erweiterung der Plattform um eine „Bewerber:innen-Bewertung“, in der sowohl Arbeitgeber:innen als auch Bewerber:innen ihre Erfahrungen teilen können – ein Modell, das bereits bei US-Plattformen wie Glassdoor bewährt ist. Solche Schritte würden nicht nur die Transparenz erhöhen, sondern auch die Qualität der Stellenanzeigen verbessern und so die Attraktivität der Plattform weiter steigern.
- Nur 25 Prozent der Stellenangebote auf Zuzubet.at enthalten konkrete Gehaltsangaben (ÖGB-Studie 2023).
- Die Nutzerzahl verdoppelte sich seit Einführung der Bewerber:innen-App 2022.
- Über 80 Prozent der Stellenanzeigen sind digital formuliert und erleichtern Remote-Jobs.
- Seit 2023 werden gezielt Bewerber:innen mit Migrationshintergrund unterstützt.
- Nur rund 40 Prozent der österreichischen Unternehmen nutzen Zuzubet.at regelmäßig (IHS-Umfrage 2023).